Berlin unter Strom – die kritische Energie-Stadttour

 

a5b6777145Die AG Energie von attac Berlin bietet im Sommer 2014 ein besonderes Angebot: Auf einem etwa 2 1/2 stündigen energiepolitischen Stadtrundgang führen die GlobalisierungskritikerInnen durch die Geschichte der Energieversorgung der Hauptstadt. Bei einer Premiere am Sonntag den 15. Juni klären sie dabei auch über die energiepolitischen Debatten der Gegenwart auf. Neben den Potentialen der Erneuerbaren Energien und den Perspektiven und Problemen der Elektromobilität geht es dabei vor allem darum, welche Rolle Konzerne wie Vattenfall in der Energiepolitik spielen und wie und wo ihre Lobbyisten versuchen Einfluss auf politische Entscheidungen zu nehmen. Die AktivistInnen von attac mobilisieren mit dieser Aktion für eine Energieversorgung in öffentlicher Hand auf Basis dezentral gewonnener Erneuerbarer Energien nach demokratisch, ökologischen und sozialen Kriterien. Weitere Veranstaltungen sind geplant.

Was: Berlin unter Strom – die kritische Energie-Stadttour

Wann: Sonntag, den 15. Juni 2014 – 14:00 – 16:30 Uhr

Wo: Start: Schweizerischen Botschaft, Ecke Otto-von-Bismarck-Alle/Willy-Brandt-Straße. (S Hauptbahnhof) – Ende: Hausvoigteiplatz – Berlin-Mitte

Anmeldung: energietour@attacberlin.de oder 0176 21758355

Wir erheben keine Teilnahmegebühr, bitten jedoch um eine Spende zugunsten der Arbeit von attac Berlin und zur Deckung der Unkosten

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In elf Stationen führten die AktivistInnen zuerst durch das neue Regierungsviertel, welches in den 90’er Jahren nach neusten technischen Standards errichtet wurde. Hier kommen Techniken zum Einsatz, die das Regierungsviertel zu einem großen Teil mit Erneuerbaren Energien versorgen können. Hier fallen aber auch die politischen Entscheidungen über den Fortbestand oder das Ausbremsen der Energiewende. Vorbei an der Station „Elektromobilität“ und den Perspektiven von Elektroautos für den Verkehr in urbanen Räumen geht es dann zurück in die Geschichte der Stromversorgung in der Hauptstadt. Im sogenannten „E-Werk“ – in den 90’er Jahren ein angesagter Technoclub – befand sich einst das erste deutsche Kraftwerk zur Stromerzeugung. In einem Zusammenspiel zwischen technischen Pionieren, Industriekonzernen, Banken und der öffentlichen Hand entstanden in der Metropole „Elektropolis“ die Strukturen der modernen Energiewirtschaft. In Berlin wurde auch zu ersten Mal eine Konzession vergeben für das Betreiben von Stromnetzen auf öffentlichen Grund. Am Gendarmenmarkt erinnert eine Gedenktafel daran. Heute bestimmt vor allem der schwedische Konzern Vattenfall die Energieversorgung in Berlin.

In weiteren Stationen machen die AktivistInnen von attac deutlich, wie es dazu kam, dass im Zuge von Globalisierung, Liberalisierung und Privatisierung internationale Konzerne auch im Bereich der Daseinsvorsorge zu den entscheidenden Akteuren werden konnten. Neben den Grundideen neoliberaler Wirtschaftspolitik kommt immer wieder das Phänomen „Lobbyismus“ zum Tragen, welches dazu führt, dass wirtschaftliche Akteure ihre Interessen politisch durchzusetzen können. Der sogenannte „Drehtüreffekt“ sorgt dabei stets für einen engen Personalaustausch zwischen Wirtschaft und Politik.

Die Stadt Berlin hat dabei ihre eigene Privatisierungsgeschichte. Mit dem Verkauf der ehemals städtischen „Bewag“ an Vattenfall hat Berlin energiepolitisch die Initiative längst aus der Hand gegeben. In Berlin kämpfen deshalb Aktive von attac dafür, dass die Erlaubnis zum Betrieb der Stromnetze wieder an eine kommunale Netzgesellschaft geht. Aktive von attac geben dazu Einblick in den derzeitigen Stand der politischen Auseinandersetzung und zeigen auf, was jeder Einzelne für eine echte Energiewende tun kann.

Der energiepolitische Stadtrundgang wird in Zukunft regelmäßig angeboten.

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