Ja, das ist das Schlimmste!

Gelungener Videospot wirbt für mehr Solidarität mit der syrischen Bevölkerung: In ihrem neuen Kurzfilm „… und das ist das Schlimmste“ macht die deutsch-syrische Initiative „adopt a revolution“ auf die katastrophale Situation in Syrien aufmerksam und mahnt erneut eine politische Lösung für das vom Krieg gezeichnete Land an.

 

Durchdachter Plot und gelungene Pointe: Zwei ältere Menschen unterhalten sich mitten in Berlin auf dem Grenzstreifen zwischen Kreuzberg und Berlin-Mitte über Erfahrungen im Krieg. Gerade hier, an einem Ort, an dem die Spuren des zweiten Weltkrieges im Stadtbild noch zu erkennen sind, erscheint es zunächst so, als ginge es um die eigene leidvolle Vergangenheit. Erst nach und nach erschließt sich dem Zuschauer, dass ein ganz anderer Kontext geeint ist. Mit diesem dramaturgischen Trick holt der Clip, Erfahrungen von Kriegswintern, Bombennächten und gegenwärtigem Elend in die Berliner Gegenwart. Dem Spot gelingt es dabei, das Kriegsgeschehen anhand der Erzählung fiktiver ProtagonistInnen erfahrbar zu machen und dabei doch eine pietätvolle Distanz zu wahren. Gerade diese unaufdringliche Art, mit welcher der Film den Zuschauer am Geschehen teilhaben lässt und zur Unterstützung der syrischen Zivilgesellschaft aufruft, macht den Spot so wirkungsvoll. Die Kernaussage trifft dabei genau ins Schwarze: Es ist ein zum Himmel schreiender Skandal, dass die Welgemeinschaft tatenlos zusieht

Hintergrund: „adopt a revolution“ gehört zu den wenigen Organisationen, die ein vielschichtiges und dabei authentisches Bild von den Ereignissen in Syrien vermitteln. Diese Initiative unterstützte im „arabischen Frühling“ bereits sehr früh mit einem Patenschaftsmodell MenschenrechtsaktivistInnen und zivilgesellschaftliche Initiativen vor Ort in ihrem Engagement gegen die syrische Diktatur. Mit der kleinteiligen, alltagspraktischen und damit konkreten Hilfe für Basiskomitées, Projekte und Initiativen versucht „adopt a revolution“ einen Gegenentwurf zu schaffen zur militärischen Gewalt, die leider zu oft die Wahrnehmung bestimmt.

Auch wenn es derzeit unmöglich erscheint, die Menschen in Syrien ohne Einsatz von Gewalt vor den täglichen Bombardements des Regimes oder der Brutalität des sogenannten „islamischen Staates“ zu schützen, wird es dennoch langfristig darauf ankommen, in Syrien eine demokratische Zivilgesellschaft aufzubauen, die nach Assad echte Alternativen zum Regime und den Dschihadisten bieten kann. Die Stärke von „adopt a revolution“ liegt darin, gerade diesen Akteuren auch in der deutschen Öffentlichkeit eine Stimme zu geben und sie sprechen zu lassen. Wer ernsthaft etwas für die Menschen in Syrien tun möchte, findet hier eine Möglichkeit Solidarität konkret werden zu lassen.

 

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Webung:
Adopt a Revolution - den Syrischen Frühling unterstützen

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Über jensmartinrode

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