Mordor in München: Anlässlich der Sicherheitskonferenz 2017 beantragt Friedensbewegung in mehreren Bundesländern Status als Religionsgemeinschaft

friedensnobelpreisNeujahrscoup der Friedensbewegung: Anläßlich der im Februar bevorstehenden Sicherheitskonferenz 2017 beantragt die Friedensbewegung in mehreren Bundesländern gleichzeitig den Status als Religionsgemeinschaft. Mit dem als Gründungsmanifest konzipierten Aufruf “Frieden statt NATO – Nein zum Krieg!” belegt sie gegenüber den Landesbehörden ihren Status als Glaubensgemeinschaft. Ziel der Aktion ist zunächst der bekenntnisgebundene Unterricht an allgemeinbildenden Schulen mit dem “Postfaktikum” als abiturrelevante Wahlpflichtprüfung.

“Das Kriegsbündnis NATO ist eine Bedrohung für die ganze Menschheit” konstatieren die Verfasser*innen des etwa zweiseitigen Gründungspapiers. “Auf der sogenannten Münchner Sicherheitskonferenz (SIKO) im Februar 2017 versammeln sich die politischen, wirtschaftlichen und militärischen Machteliten, vor allem aus den NATO-Staaten, den Hauptverantwortlichen für das Flüchtlingselend, für Krieg, Armut und ökologische Katastrophen.” fügen sie hinzu.

Wahrheiten wie diese kommen den Initiator*innen zu Folge in den klassischen Bildungskonzepten immer zu kurz. Insidern zufolge plant die Friedensbewegung deshalb noch in diesem Frühjahr die Entwicklung eines Unterrichtscurriculums für den Schulunterricht. Vorlage sind die bewährten Unterrichtsmethoden aus dem Staatsbürgerkundeunterricht der DDR und die argumentativen Grundmuster aus dem Bibelkundeunterricht der Zeugen Jehovas. Letzteren ist es bereits vor Jahren gelungen, den Status einer “Körperschaft öffentlichen Rechts” zu erlangen, welche Voraussetzung für den Unterricht an öffentlichen Schulen ist.

Dass die Friedensbewegung gute Chancen hat, als Religionsgemeinschaft anerkannt zu werden, gilt unter Fachleuten als ausgemacht. Sie erfüllt alle Voraussetzungen, welche sie als Glaubens- und Weltanschauungsgemeinschaft qualifiziert:

a) Klare Vorstellungen von Gut und Böse: Die Friedensbewegung kann die NATO und den “Westen” als Quelle allen Übels dieser Welt benennen. Ihnen kann sie nicht nur unmoralisches, sondern auch grundgesetz- und völkerrechtswidriges Verhalten attestieren.

b) Apokalyptisches Weltbild und eigene Geschichtsdeutung: Die Friedensbewegung kann hinter der Selbstdarstellung der NATO die eigentliche verborgene Bedeutung offenbaren und in ein weltuntergangsähnliches Szenario setzen. Die NATO ist eine “Bedrohung für die ganze Menschheit”. Geschichtliche Umbrüche wie der Arabische Frühling, das legitime Streben einer Bevölkerung nach Freiheit und die gewaltsame Niederschlagung ihres Aufstands durch ein totalitäres Regime können vollkommen ausgeblendet werden, wenn es die “richtige” Erklärung gibt: >>Der verheerende Krieg in Syrien und das Erstarken des IS nach dem Irakkrieg sind das Ergebnis der von den USA, der NATO, der EU und ihren regionalen Verbündeten betriebenen Politik des „Regime-Change“ <<

c) Zentralsteuerungshypothese: Hinter komplexen gesellschaftlichen und politischen Zusammenhängen stehen in Wirklichkeit immer dieselben finsteren Mächte. “Auf der sogenannten Münchner Sicherheitskonferenz (SIKO) im Februar 2017 versammeln sich die politischen, wirtschaftlichen und militärischen Machteliten, vor allem aus den NATO-Staaten, den Hauptverantwortlichen für das Flüchtlingselend, für Krieg, Armut und ökologische Katastrophen. Ihnen geht es (…) um die Aufrechterhaltung ihrer weltweiten Vorherrschaft und um die Profitinteressen multinationaler Konzerne.”

d) Bekenntnisschriften und Glaubenssätze: Zur Selbstvergewisserung, Bekenntnisbildung und Festigung der eigenen Glaubensgemeinschaft gibt die Friedensbewegung regelmäßig “Aufrufe” heraus. In ihnen geht es weniger um belegbare Fakten, als um Glaubenssätze und den richtigen Deutungsrahmen für das Weltgeschehen. Die stetige Wiederholung von Denkmustern wie “Regimechange” und “völkerrechtswidrige Kriegseinsätze” erzeugt einen kathechismusartigen Fundus an Glaubenssätzen, die innerhalb der eigenen Gemeinschaft allgemein anerkannt und nicht hinterfragt werden.

e) Feiertage und Prozessionen: Mit der Sicherheitskonferenz in München, dem Ostermarsch und dem Weltfriedenstag verfügt die Friedensbewegung über feste Jahrestage und ein etabliertes religiöses Brauchtum.

f) Scheinheilige: Die Friedensbewegung kann auf herausragende Persönlichkeiten verweisen, die in ausgesprochener Weise ihre Ziele verkörpern. Von Verschnupfung bekehrte Friedensbarden unterzeichnen prominent Aufrufe. Pomadige Betroffenheitspublizisten entdecken sich selbst als einzige Quelle der Wahrheit in eben jenen Kriegsländern, in denen sie sich gerade in die Vorzimmer der Diktatoren eingewinselt haben.

g) Dogmatische Streitigkeiten und Exkommunikationen: Ökumenische Einigkeit besteht innerhalb der Friedensbewegung quer aller Fronten darüber, dass Krieg nur ist, wenn’s der “Westen” macht. Ebenso sind die “Mainstreammedien” manipuliert und alles, was Russland macht, ist eine Reaktion auf die Aggression der NATO. Nicht einig ist sich die Friedensbewegung allerdings darüber, mit wem sie ihre Propaganda gemeinsam auf die Straße tragen will. Der sogenannte “Friedenswinter” hat zu konfessionellen Spaltungen geführt.

Noch im Jahr 2017 sollen die ersten Unterrichtseinheiten im Rahmen von Modellprojekten gestartet und evaluiert werden.

Das Gründungsmanifest im Originaltext: http://sicherheitskonferenz.de/Siko2017/Aufruf-SiKo-Proteste-2017.pdf

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