2018/03/01 Wanderung im Schlaubetal


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Sensation für Syrien: Putin und Assad gewähren drei Tage Waffenruhe vom 29. bis zum 31. Februar


Der Krieg in Syrien bekommt eine spektakuläre Wendung: Ab dem 29. Februar sollen auf direkter Anweisung aus dem Kreml in enger Abstimmung mit Damaskus drei Tage lang die Waffen schweigen. Der Entschluss zu dieser einseitigen Waffenpause ist aus rein humanitären Gründen gefallen. Vor allem in der belagerten Region Ost-Ghouta wird es in dieser Zeit einen ungehinderten Zugang für die Versorgung mit Lebensmitteln und medizinischen Hilfsgütern geben. Die UNO wertet diesen unerwarteten Schritt als Durchbruch. Die deutsche Regierung erwägt bereits Aufhebung aller Russlandsanktionen.

“Vom 29. bis zum 31. Februar werden keine Bomben fallen,” sagte Wladimir Putin einem ausgewähltem Kreis internationaler Journalisten am heutigen Mittwoch in Moskau. Russland komme es darauf an, mit dieser einseitigen Waffenruhe seinen Friedenswillen zu bekräftigen, ohne dafür auch nur eine Gegenleistung zu verlangen. Der vollkommene Verzicht auf jegliche Kampfhandlungen sei mit der souveränen syrischen Regierung in Damaskus abgesprochen. Der syrische Präsident Assad werde sich persönlich für die Einhaltung der Waffenruhe verbürgen.

Dieser mutige Schritt macht deutlich, dass Russland es ernst meint mit einem Frieden in Syrien. Nach sieben Jahren Krieg brauche die Bevölkerung dringend eine Atempause. Das sei sozusagen so etwas wie Friede auf Probe, ließen sich auch hochrangige Regierungsvertreter in Damaskus vernehmen. Innerhalb der sehr kurz bemessenen Frist werde es keinerlei Giftgas oder Fassbombenangriffe auf Wohngebiete geben. Für alle 33 Gebiete unter Belagerung mit insgesamt über 750.000 Menschen werde es keinerlei Reisebeschränkungen geben. Internationale Beobachter und Menschenrechtsorganisationen bekämen uneingeschränkten Zugang zu Haftanstalten und Familien werde ein Besuchsrecht zu politischen Gefangenen gewährt. In dringenden Fällen könne zur Regelung von Familienangelegenheiten sogar Hafturlaub gewährt werden. Die Initiative für diesen Schritt war bisher nur Insidern bekannt. Monatelang habe man nach einem Termin gesucht, der von allen hinter dem Regime in Damaskus stehenden Konfliktparteien akzeptiert werden könne. Den Ausschlag für die nun startende Initiative habe aber der starke weltweite Protest der Öffentlichkeit gegeben, verriet Putin.

 

(Satire)

Jetzt mitmachen: Die Kampagne Crowd4justice sammelt Spenden für die Aufarbeitung von Kriegsverbrechen in Syrien


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Mit Crowdfunding für Gerechtigkeit: Aktivist*innen der Syriensolidarität sammeln derzeit Geld für die Strafverfolgung von Verbrechen in Syrien. Obwohl die Vollversammlung der UN bereits im Dezember 2016 eine unabhängige Ermittlungsstelle für Kriegsverbrechen beschlossen hat, haben viele Staaten ihre zugesagten Gelder noch nicht bereitgestellt. Um den moralischen Druck auf die Staatengemeinschaft zu erhöhen, hat die deutsch-syrische Solidaritätsinitiative adopt a revolution im Juni 2017 die Kampagne Crowd4justice gestartet. Innerhalb von zehn Wochen wollen sie im Internet die Hälfte der fehlenden 3,8 Mio Euro durch Kleinbeträge einsammeln. Der öffentliche Druck zeigt bereits Wirkung. Durch Finanzzusagen der EU und anderer Staaten hat sich der Fehlbetrag mittlerweile auf 1,7 Mio Euro reduziert. Weiterlesen „Jetzt mitmachen: Die Kampagne Crowd4justice sammelt Spenden für die Aufarbeitung von Kriegsverbrechen in Syrien“

Codename Caesar: Warum die Dokumentation von Carance Le Caisne über die syrische Todesmaschinerie eines der wichtigsten Bücher der Zeit ist


Aufwühlend und bedrückend: Mit ihrem Bericht “Codename Caesar. Im Herzen der syrischen Todesmaschinerie” führt die französische Journalistin und Autorin Carance Le Caisne vor Augen, was kaum zu auszuhalten ist: Einem unter dem Pseudonym Caesar agierenden Militärfotografen ist es 2013 gelungen, tausende Fotos aus Syrien heraus zu schmuggeln, die belegen, wie systematisch die vom syrischen Regime betriebenen Folterzentren arbeiten und in welcher Dimension die Vernichtungslager in Assads Syrien betrieben werden. Das Buch ist aber nicht nur ein Beleg für die erschreckende Brutalität dieses Regimes, sondern auch ein Dokument der Tatenlosigkeit der Weltgemeinschaft und der bisher nur zaghaft unternommenen Versuche, das immense Ausmaß an Verbrechen irgendwie juristisch zu verfolgen.

Anfang 2014 wurden im Internet tausende Bilder syrischer Folteropfer publik, die Spuren grausamster Misshandlungen aufwiesen. Urheber der Aufnahmen ist ein syrischer Militärfotograf. War er vor der Revolution damit befasst, Todesfälle mit Beteiligung von Militärangehörigen zu dokumentieren, so bekam er nach Ausbruch der syrischen Revolution im März 2011 den Auftrag, ebenso die Leichen von Oppositionellen abzulichten, die in den Haftanstalten des Regimes zu Tode gefoltert worden waren. Das, was er zu fotografieren hatte, entsetzte ihn derart, dass er sich entschloss, die Bilder heimlich zu kopieren und außer Landes zu bringen. 2013 gelang ihm die Flucht aus Syrien. Weiterlesen „Codename Caesar: Warum die Dokumentation von Carance Le Caisne über die syrische Todesmaschinerie eines der wichtigsten Bücher der Zeit ist“

Aufstand gegen Massentierhaltung: Brandenburger Bürgerinitiativen machen gegen immer neue Megaställe mobil


Das Volksbegehren gegen Massentierhaltung in Brandenburg war erfolgreich. Unabhängig von den 104.000 Unterschriften werden aber nach geltender Rechtslage nach wie vor große Mastanlagen und Eierfabriken vor den Toren Berlins gebaut. Dagegen machen zahlreiche Bürgerinitiativen in Brandenburg mobil. Mit einem gemeinsamen „Aufstand gegen Massentierhaltung“ bringen sie in Erinnerung, dass sich weite Teile der Bevölkerung eine andere Landwirtschaftspolitik wünschen und Massentierhaltung ablehnen.

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