Jetzt mitmachen: Die Kampagne Crowd4justice sammelt Spenden für die Aufarbeitung von Kriegsverbrechen in Syrien


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Mit Crowdfunding für Gerechtigkeit: Aktivist*innen der Syriensolidarität sammeln derzeit Geld für die Strafverfolgung von Verbrechen in Syrien. Obwohl die Vollversammlung der UN bereits im Dezember 2016 eine unabhängige Ermittlungsstelle für Kriegsverbrechen beschlossen hat, haben viele Staaten ihre zugesagten Gelder noch nicht bereitgestellt. Um den moralischen Druck auf die Staatengemeinschaft zu erhöhen, hat die deutsch-syrische Solidaritätsinitiative adopt a revolution im Juni 2017 die Kampagne Crowd4justice gestartet. Innerhalb von zehn Wochen wollen sie im Internet die Hälfte der fehlenden 3,8 Mio Euro durch Kleinbeträge einsammeln. Der öffentliche Druck zeigt bereits Wirkung. Durch Finanzzusagen der EU und anderer Staaten hat sich der Fehlbetrag mittlerweile auf 1,7 Mio Euro reduziert. Weiterlesen „Jetzt mitmachen: Die Kampagne Crowd4justice sammelt Spenden für die Aufarbeitung von Kriegsverbrechen in Syrien“

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Codename Caesar: Warum die Dokumentation von Carance Le Caisne über die syrische Todesmaschinerie eines der wichtigsten Bücher der Zeit ist


Aufwühlend und bedrückend: Mit ihrem Bericht “Codename Caesar. Im Herzen der syrischen Todesmaschinerie” führt die französische Journalistin und Autorin Carance Le Caisne vor Augen, was kaum zu auszuhalten ist: Einem unter dem Pseudonym Caesar agierenden Militärfotografen ist es 2013 gelungen, tausende Fotos aus Syrien heraus zu schmuggeln, die belegen, wie systematisch die vom syrischen Regime betriebenen Folterzentren arbeiten und in welcher Dimension die Vernichtungslager in Assads Syrien betrieben werden. Das Buch ist aber nicht nur ein Beleg für die erschreckende Brutalität dieses Regimes, sondern auch ein Dokument der Tatenlosigkeit der Weltgemeinschaft und der bisher nur zaghaft unternommenen Versuche, das immense Ausmaß an Verbrechen irgendwie juristisch zu verfolgen.

Anfang 2014 wurden im Internet tausende Bilder syrischer Folteropfer publik, die Spuren grausamster Misshandlungen aufwiesen. Urheber der Aufnahmen ist ein syrischer Militärfotograf. War er vor der Revolution damit befasst, Todesfälle mit Beteiligung von Militärangehörigen zu dokumentieren, so bekam er nach Ausbruch der syrischen Revolution im März 2011 den Auftrag, ebenso die Leichen von Oppositionellen abzulichten, die in den Haftanstalten des Regimes zu Tode gefoltert worden waren. Das, was er zu fotografieren hatte, entsetzte ihn derart, dass er sich entschloss, die Bilder heimlich zu kopieren und außer Landes zu bringen. 2013 gelang ihm die Flucht aus Syrien. Weiterlesen „Codename Caesar: Warum die Dokumentation von Carance Le Caisne über die syrische Todesmaschinerie eines der wichtigsten Bücher der Zeit ist“