Unter Professoren der Muff von Diktatoren


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Ein Kommentar von Jens-Martin Rode zur “Erklärung zum Syrienkrieg” aus dem wissenschaftlichen Beirat von attac Deutschland

Mit einem bizarren Beitrag zum Thema “Syrien” meldeten sich Ende Januar 2017 vierzehn Mitglieder aus dem “wissenschaftlichen Beirat” des globalisierungskritischen Netzwerks attac zu Wort. Mit ihrer “Erklärung zum Syrienkrieg” wollen sie zu einem öffentlichen Disput vor allem über den russischen Kriegseinsatz in Syrien einladen. Der Text selbst löst allerdings eher peinliches Befremden aus. Denn diese Mischung aus selektiver Geschichtswahrnehmung, Verschwörungstheorien und pauschaler Medienkritik ist vor allem eines: Eine Rechtfertigung des russischen Interventionskrieges und eine Relativierung der damit verbundenen Massenverbrechen. Zudem ist diese wirre Collage auf einem Niveau geschrieben, mit dem kein Student an einer deutschen Universität auch nur einen Proseminarschein bekommen dürfte. So deutlich hat sich bei attac bisher wohl kaum jemand für Krieg ausgesprochen.

Krieg ist’s wenn’s der Westen macht

Für den seit sechs Jahren andauernden Krieg in Syrien haben die “Wissenschaftler” von attac eine einfache Erklärung zur Hand: “Russland und Iran haben zunächst alle Möglichkeiten für eine diplomatische und friedliche Lösung des Konfliktes ausgeschöpft; erst als sich dieser Versuch als aussichtslos erwies, haben sie militärisch eingegriffen und den Krieg in Aleppo vorerst beendet.1 Der Konflikt in Syrien sei das Ergebnis einer mindestens seit den Regierungsjahren von Georg W. Bush betriebenen Regimechange-Strategie, und für den Sturz des syrischen Präsidenten Assad sei seit Jahren bereits eine Armee von Dschihadisten aufgebaut worden. Diese firmierten in den westlichen Medien als “gemäßigte Opposition”, würden von medialen Propagandaaktionen begleitet und seien von den USA gemeinsam mit Saudi-Arabien, Katar und Israel finanziert worden. Weiterlesen „Unter Professoren der Muff von Diktatoren“

Auf dem Weg zum Alu-Doktor-Hut: Professoren aus dem “wissenschaftlichen Beirat” von attac erklären Syrien


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Ein brilliantes Lehrstück angewandter Dialektik: Mit viel Witz und Humor und der Technik der grotesken Überzeichnung schlüpfen 12 Professoren und 2 Doktoren aus dem wissenschaftlichen Beirat des globalisierungskritischen Netzwerks attac einmal argumentativ in die Rolle von Internettrollen, Verschwörungstheoretikern und Attentatstruthern. Anlässlich der aktuellen Diskussion um sogenannte “Fake-News” und “alternative Fakten” geben die Altmeister aus den Reihen der akademischen Bildungselite eine Kostprobe ihres Könnens. Mit ihrer über die sogenannten “Nachdenkseiten” veröffentlichten “Erklärung zum Syrienkrieg” vom 25. Januar 2017 haben sie scheinbar aber nur scheinbar ein klares Bekenntnis zur Militärintervention Russlands in Syrien abgelegt. Auf sieben DIN A4 Seiten schildern sie, dass der Krieg in Syrien einem jahrelang vorbereiteten Regimechangeplan folge, das Giftgasmassaker 2013 in Ghouta gar nicht vom syrischen Regime begangen worden sein könne und überhaupt die “Mainstream-Medien” mit keinem Wort die Wahrheit sagten. Weiterlesen „Auf dem Weg zum Alu-Doktor-Hut: Professoren aus dem “wissenschaftlichen Beirat” von attac erklären Syrien“

Berlin unter Strom – AG Energie von attac Berlin startet mit neuen energiepolitischen Stadttouren


10734196_1525168911063041_7249561807005292841_nDas globalisierungskritisches Netzwerk attac bietet in diesem Jahr sogar zwei energiepolitische Stadtführungen in Berlin an. Zusätzlich zum lobbykritischen Spaziergang durch das Regierungsviertel und zu den Geburtsorten der Berliner Stromversorgung bieten die Globalisierungskritiker*innen zusätzlich noch eine Fahrradtour an. Schwerpunkt ist hier das Thema „Kohle“. Denn die Berliner Gruppe von attac ist Mitglied im neu gegründeten Bündnis „Kohleausstieg Berlin“. Dazu informieren die Aktivistinnen am Sonntag den 26. April 2015 mit einem Infostand auf dem Berliner Klimatag in der Markthalle Neun in Kreuzberg und bieten hier eine ca. 1 ½ stündige Probetour an. Weiterlesen „Berlin unter Strom – AG Energie von attac Berlin startet mit neuen energiepolitischen Stadttouren“

Berlin unter Strom – die kritische Energie-Stadttour


 

a5b6777145Die AG Energie von attac Berlin bietet im Sommer 2014 ein besonderes Angebot: Auf einem etwa 2 1/2 stündigen energiepolitischen Stadtrundgang führen die GlobalisierungskritikerInnen durch die Geschichte der Energieversorgung der Hauptstadt. Bei einer Premiere am Sonntag den 15. Juni klären sie dabei auch über die energiepolitischen Debatten der Gegenwart auf. Neben den Potentialen der Erneuerbaren Energien und den Perspektiven und Problemen der Elektromobilität geht es dabei vor allem darum, welche Rolle Konzerne wie Vattenfall in der Energiepolitik spielen und wie und wo ihre Lobbyisten versuchen Einfluss auf politische Entscheidungen zu nehmen. Die AktivistInnen von attac mobilisieren mit dieser Aktion für eine Energieversorgung in öffentlicher Hand auf Basis dezentral gewonnener Erneuerbarer Energien nach demokratisch, ökologischen und sozialen Kriterien. Weitere Veranstaltungen sind geplant.

Was: Berlin unter Strom – die kritische Energie-Stadttour

Wann: Sonntag, den 15. Juni 2014 – 14:00 – 16:30 Uhr

Wo: Start: Schweizerischen Botschaft, Ecke Otto-von-Bismarck-Alle/Willy-Brandt-Straße. (S Hauptbahnhof) – Ende: Hausvoigteiplatz – Berlin-Mitte

Anmeldung: energietour@attacberlin.de oder 0176 21758355

Wir erheben keine Teilnahmegebühr, bitten jedoch um eine Spende zugunsten der Arbeit von attac Berlin und zur Deckung der Unkosten

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Kampagne „Tschüss Vattenfall Berlin“ gestartet!


Zahlreiche Umweltverbände und Initiativen – u.a. auch die AG Energie von Attac Berlin – rufen in der gemeinsamen Kampagne „Tschüss Vattenfall Berlin“ Berliner und BerlinerInnen zum „Stromwechsel“ auf.

Dies ist nicht nur die Antwort auf die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke, sondern auch eine Reaktion auf die Konzernpolitik des Berliner Grundversorgers Vattenfall. Dieser hält nach wie vor daran fest, die beiden Atomkraftwerke „Brunsbüttel“ und „Krümmel“ in diesem Jahr wieder ans Netz zu bringen. Zwar gibt es Überlegungen, die Betriebsführung für beide Kraftwerke an Eon zu übergeben, doch hält Vattenfall nach wie vor an seiner Beteiligung fest. Europaweit will Vattenfall seine Position in der Kernkraft sogar noch ausbauen.

„Haben Sie schon Ökostrom?“ Diese Frage wird in Berlin jetzt immer häufiger zu hören sein. In einer breit angelegten Kampagne wollen die Berliner Initiativen der Anti-Atom-Bewegung die Bevölkerung der Hauptstadt zum Stromwechsel bewegen. Zahlreiche Aktionen sind in Vorbereitung. Damit sollen nicht nur verschiedene Zielgruppen angesprochen, sondern auch eine breite Mehrheit der Bevölkerung gewonnen werden.

Der Wechsel zu einem neuen Stromanbieter ist dabei ganz einfach und kostet nur wenige Minuten. Alle Formalitäten übernimmt der neue Anbieter. Ein Stromausfall oder eine Lieferunterbrechung ist technisch ausgeschlossen. Alles, was man tun muss, ist, den Vertrag mit dem neuen Anbieter auszufüllen und seine Zählernummer einzutragen. Fertig!

Doch wohin wechseln? Vattenfall hat doch auch „Ökostrom“. Die meisten Umweltverbände empfehlen aber einen der vier konzernunabhängingen Ökostromanbieter: Lichtblick, EWS Schönau, Greenpeace Energy und Naturstrom. Denn die Wahl eines Anbieters ist in erster Linie die Entscheidung darüber, wohin das Geld fließt, mit dem man seine Stromrechnung bezahlt.

Deshalb heißt es jetzt gemeinsam: „Tschüss Vattenfall!

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(Text: Jens-Martin Rode; Photo: Hartmut Ihlefeld)

be verkohlt, be verstrahlt, be Vattenfall. Wer wissen will, wie Protest gegen den Klimasünder Nr. 1 in der Region aussehen kann, der sollte „Gegenstrom“ fragen. Mit einem Aktions-Contest „Kunstvoll gegen Vattenfall“ und zahlreichen eigenen Darbietungen setzte Gegenstrom Maßstäbe im Kampf gegen das Geenwashing und den PR-Schwindel des regionalen Betreibers unseres Stromnetzes. Am 30. April wurde es kreativ vor der Berlinischen Galerie in Kreuzberg, in der zeitgleich der „offiziell“ von Vattenfall gesponserte Kunstpreis „Vattenfall Contemporary“ vergeben wurde.

Bei „Kunstvoll gegen Vattenfall“ kam auch die AG Energie von Attac Berlin mit ihrem Krümmelmonster und den Pinguinen zum Zuge. Doch der eigentliche Coup: längst hatten es Aktivisten von Gegenstrom geschafft, sich schick in Schale in die Berlinische Galerie zu schleichen und das Micro der offiziellen Laudatio zu erobern. Fast zu schön, um wahr zu sein. Wer nicht dabei war, für den gibt es ja Video:

http://www.gegenstromberlin.net/

Eines ist sicher: das nehmen wir als Herausforderung! Wir werde uns revanchieren….   🙂

Ein anderes Kino ist möglich: „die 4. Revolution“ von Carl A. Fechner


Globalisierungkritik im Kino: Nach „Let’s make money“ und „We feed the world“ gibt es nun einen weiteren Hingucker aus dem Hause des Delphi – Filmverleihs. Der von Carl A. Fechner (Buch, Regie und Produktion) konzipierte Dokumentarfilm „Die 4. Revolution – Energy Autonomy“ steht für eine Vision.

„Eine Welt-Gemeinschaft, deren Energieversorgung zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen gespeist ist – für jeden erreichbar, bezahlbar und sauber. Eine globale Umstrukturierung, die Machtverhältnisse neu ordnet und Kapital gerechter verteilt, könnte jetzt beginnen. Wir müssen es nur tun!“ (Die 4. Revolution, Presseheft, S. 4)

Der Film fordert nicht weniger, als die globale Energiewende und die Abkehr von der fossilen und atomaren Energiewirtschaft. In vierjähriger Produktionszeit begleiteten Carl A. Fechner und sein Team beispielhafte Projekte und ihre VokämpferInnen rund um den Globus. So entstand ein kraftvolles Plädoyer für den sofortigen Umstieg auf erneuerbare Energien. Der Film zeigt, wie ein vollständiger Wechsel von Erdöl, Gas. Kohle und Atomkraft zu den erneuerbaren Energien gelingen kann. Auch gegen den Widerstand mächtiger Energiekonzerne. Notwendig ist ein radikaler Strukturwandel der Energiewirtschaft auf Grundlage von dezentralen Versorgungskonzepten.

„Die 4. Revolution“ hat Potential und eignet sich hervorragend als Einstieg in die Thematik. Deshalb wird auch Attac den Film unterstützen und bei den Events rund um den Filmstart dabei sein. Das Produktions-Team lädt darüber hinaus die Mitglieder von Attac ein, sich den Film ab dem Kinostart am 18. März 2010 zum „Werkzeug“ zu machen und ihn programmatisch in eigene Aktionen, Kampagnen und Veranstaltungen einzubinden. Er soll eine Plattform bieten für alle, deren Engagement sich ganz oder teilweise mit der thematischen Bandbreite des Films deckt.

Für die energiepolitische Arbeit von Attac bietet die 4. Revolution Anknüpfungspunkte. Zu den Stärken zählen die globale Perspektive und der dezentrale Konzeptansatz.  Der Film richtet sich an ein breites Publikum und stellt die Dringlichkeit der Energiewende dar anhand von Beispielen und kraftvollen Bildern. Von daher lässt er auch Raum für eigene Ansätze und bietet Anlass, Konzepte einer ökologischen und sozialen Energieversorgung zu entwickeln und zu diskutieren. Demokratisch kontrolliert und frei von Konzernen. Hier besteht ein Ansatzpunkt für Attac. Was auf der technischen Ebene bereits möglich ist, muss gesellschaftlich noch erkämpft werden.

Infos:  http://attacberlin.de/index.php?id=305

Trailer: http://www.youtube.com/watch?v=B90UQg_AAmI

Website: www.energyautonomy.org

Infos zum Film:  (Datei PDF offizielle Pressemappe: http://attacberlin.de/fileadmin/ags/energie/Vorab-Presseheft_4.Revolution.pdf)