Darf man für den Frieden lügen?


Ein Kommentar von Jens-Martin Rode zur friedenspolitischen “Mitteilung an die Medien” des “Bundesausschuss Friedensratschlag” vom 7. April 2017

Mit einer “Mitteilung an die Medien” hat sich am Freitag den 07. April 2017 der “Bundesausschuss Friedensratschlag” zum Militäreinsatz der USA gegen die Luftwaffenbasis al-Schairat in Syrien gewandt. Damit fordert er die Bundesregierung auf, den Angriff zu verurteilen. Zugleich möchten die Autoren aus dem Spektrum der Friedensbewegung damit wenige Tage vor den traditionellen Ostermärschen zu weiteren Protesten mobilisieren. Als Begründung dient eine populäre Verschwörungstheorie, die einer Überprüfung nicht Stand hält. Weiterlesen „Darf man für den Frieden lügen?“

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Mordor in München: Anlässlich der Sicherheitskonferenz 2017 beantragt Friedensbewegung in mehreren Bundesländern Status als Religionsgemeinschaft


friedensnobelpreisNeujahrscoup der Friedensbewegung: Anläßlich der im Februar bevorstehenden Sicherheitskonferenz 2017 beantragt die Friedensbewegung in mehreren Bundesländern gleichzeitig den Status als Religionsgemeinschaft. Mit dem als Gründungsmanifest konzipierten Aufruf “Frieden statt NATO – Nein zum Krieg!” belegt sie gegenüber den Landesbehörden ihren Status als Glaubensgemeinschaft. Ziel der Aktion ist zunächst der bekenntnisgebundene Unterricht an allgemeinbildenden Schulen mit dem “Postfaktikum” als abiturrelevante Wahlpflichtprüfung. Weiterlesen „Mordor in München: Anlässlich der Sicherheitskonferenz 2017 beantragt Friedensbewegung in mehreren Bundesländern Status als Religionsgemeinschaft“

Das Schweigen der Taube


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Das Morden in Syrien dauert nun schon fast sechs Jahre. Der Krieg des Regimes gegen die eigene Bevölkerung bestimmt Schlagzeilen, Talkshows und ein Meer von Kommentarspalten im Internet. Die Straße aber füllt es kaum, und wirkliche Proteste gegen das massenhafte Sterben sind bisher ausgeblieben. Liegt es an der “Friedensbewegung”?

Anlässe, zu demonstrieren gibt es zu genügend: Syrerinnen und Syrer organisieren seit Jahren an vielen Orten in Deutschland kleinere und größere Protestkundgebungen. In den sozialen Netzwerken sind sie schnell zu finden. Anders als bei den typischen Latschdemos der hiesigen Zivilgesellschaft gibt es dabei phantasievolle Bildmotive und Aktionen. Lieder und Stimmung vermitteln einen kleinen Eindruck davon, wie sich die Bevölkerung einer Diktatur entgegen stellt, die das ganze Land lieber in Gewalt versinken läßt, als die Macht zu teilen. Anders als in den aberhundert Talkshows kommen hier Syrerinnen und Syrer selbst zu Wort und benennen, wer für das Morden verantwortliche ist: Putin und Assad. Ist vielleicht das der Grund, warum sie in einer ansonsten progressiven Öffentlichkeit kaum Gehör finden? Weiterlesen „Das Schweigen der Taube“

Mehr Diktatur wagen!


Bundestagsabgeordnete, Künstler und Friedensaktivist*innen gründen deutschen Zweig der Hilfsorganisation “Despoten ohne Grenzen e.V.”

Mit einem flammenden Appell an Angela Merkel »Beenden Sie das Aushungern des syrischen Volkes! Schluss mit dem Embargo, damit Syrien Frieden bekommt!« legten mehrere Dutzend Erstunterzeichner*innen aus dem Spektrum von Bundestagsabgeordneten, Kulturschaffenden und “Friedensbewegung” am Freitag den 5. Juni 2015 ein eindrucksvolles Gründungsdokument vor. Kürzer läßt sich die Wahrheit wohl nicht auf den Punkt bringen, als in diesem knapp zwei Seiten starken Meisterwerk gegenwartsbezogener Pamphletistik:  “Ein Volk gezielt aushungern ist ein Verbrechen”

Diese Einsicht ist an und für sich nicht neu. Dennoch haben die Gründer*innen von “Despoten ohne Grenzen e.V.” ein eindeutiges Alleinstellungsmerkmal: Während sich etablierte Hilfsorganisationen wie medico international etwa durch Solidaritätsarbeit mit dem monatelang durch das syrische Regime eingeschlossenen Stadtteil Yarmouk den hart umkämpften Spendenmarkt auch noch mit Menschenrechtsgruppen teilen müssen, geht “Despoten ohne Grenzen e.V.” ganz neue Wege: Wenn sich alle nur um die Opfer kümmern, wer solidarisiert sich dann mit den Tätern?

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Stichwort Syrien: Werden Sie Chemiewaffenexperte! Eine Anleitung in sechs Schritten


Beweisen Sie langen Atem: Die Urheber der Giftgasangriffe vom 21. August 2013 auf die östlichen Randgebiete von Damaskus stehen offiziell noch immer nicht fest. An Fakten, Indizien, Augenzeugenberichten und Quellen mangelt es zwar nicht. Dennoch bleibt auch ein Jahr danach viel Spielraum für Spekulationen. Lernen Sie hier von den besten Onlinetrollen, wie sie den „Mainstreammedien“ ein Schnippchen schlagen und in jeder Diskussion punkten:

 

1) Gut gezweifelt ist halb gewonnen

Keine Sorge: Sie sind bereits auf der sicheren Seite! Nichts ist langweiliger, als die etablierte Darstellung in den Medien zu referieren. Sie brauchen sich kein überzeugendes Gesamtbild der Ereignisse zu verschaffen oder fundiertes Detailwissen zu erwerben. Alles, was notwendig ist, bringen Sie bereits mit: Sie sind Kritiker! Wie plausibel und gut begründet eine Darstellung auch sein mag… machen Sie sich interessant und signalisieren Sie Ihrem Gegenüber: „Von denen lässt sich jemand wie ich doch nichts erzählen!“

Vorsicht Fakten: Es gibt eine Reihe von Quellen, auf deren Grundlage sich Interessierte ein plausibles Bild von den Ereignissen machen könnten. Folgende Darstellungen beruhen auf vor Ort erhobenen Fakten und Augenzeugenberichten. Allerdings legen sie oft den Schluss nahe, dass das syrische Regime für die Angriffe verantwortlich ist:

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Händel weg von Syrien!


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Seit einigen Tagen kursiert im Internet schockierendes Videomaterial über einen palästinensischen Männerchor, der mit einem Klavier bewaffnet den Widerstand gegen die legitime Orchesterleitung des syrischen Dirigenten Assad besingt. Was von AutorInnen aus dem Umfeld der Initiative „adopt a revolution“ in einem Beitrag als vermeintlich zivilgesellschaftlicher Protestsong mit dem Inhalt “Kommt zurück, ihr Vertriebenen, eure Reise dauert schon zu lang” präsentiert wird, entpuppt sich wieder einmal als vollkommen einsaitige Dis-Intonation und dient nur dazu, eine Improvisation der NATO vorzubereiten:

Die Aufnahmen, die vermutlich zuerst über das Internetportal „Pianoleaks“ veröffentlicht worden sind, konnten bisher noch nicht von unabhängigen Musikwissenschaftlern als echt bestätigt werden. Zwar dürfen internationale Cembaloexperten keinerlei Aussagen über die Urheberrechte der zum Einsatz gekommenen Noten treffen. Sollten sich diese Bilder jedoch als authentisch herausstellen, wären sie ein eindeutiger Beleg dafür, dass der Westen syrischen Rebellen völkerrechtswidrig Gesangsunterricht gibt. Weiterlesen „Händel weg von Syrien!“